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Dorflade ? Erfrischend sympathisch

Wappen

Wappen von Besenbüren (rund)

Blasonierung 

In Gelb auf grünem Hügel grün belaubte Birke mit weissem Stamm, beseitet von zwei roten Moorbeerblüten mit schwarzen Butzen und grünen beblätterten Stängeln.

Gemeindefarben

Gelb-Grün

Wappen von Besenbüren (eckig)

Herkunft und Deutung des Wappens

Das Gemeinratssiegel von 1811 enthält bereits Birke und Moosbeere als typische Vertreter der Flora im Bünzer Moos. Im Siegel von 1872 erscheint dieses Bild nicht mehr, dafür als heraldische Kuriosität das Kantonswappen mit einem über den oberen Schildrand hinausragenden Reisbesen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war ein Wappen mit grüner Birke auf grünem Hügel in blauem Schild in Gebrauch, welches auf eine Wappenscheibe in der Kirche Bünzen aus dem Jahr 1930 zurückging. 1958 besann sich der Gemeinderat auf das alte Siegel und bat das Staatsarchiv um seine Stellungnahme. Nach umfangreichen Abklärungen und Korrespondenzen wurden heutige Form und Farben durch Gemeinderatsbeschluss vom 8. November 1961 festgelegt. Den Bereinigungsvorschlag des Staatsarchivs, auf die unüblichen Zacken im Hügel und die Asymmetrische Beblätterung der Stängel zu verzichten, lehnte der Gemeinderat mit Beschluss vom 7. Januar 2002 ab.

Rundsiegel von 1811

Siegel 1811

Rundsiegel, darin auf Hügel ausgerissener Baum, beseitet von zwei Moosbeerpflanzen. Umschrift: GEMEIND=RAHT BESENBÜREN. Rund, 28 mm.




Wappen der Freiämter

Freie Ämter 

Ungefähr heutige Bezirke Bremgarten und Muri.

Die Überlieferung für das Freiämter Ehrenzeichen ist vielfältig. Staatsarchivar Jean-Jacques Siegrist weist bereits 1977 in einer ausführlichen Stellungnahme darauf hin, das bei einer näheren Betrachtung strikt zwischen Fahne und Wappen unterschieden werden muss.

Die Freiämter Fahne geht auf den Pavierzug von 1512 zurück. In Anerkennung für den militärisch verdienstvollen Einsatz einer Freiämter Mannschaft liess ihr Papst Julius II. durch seinen Legaten Kardinal Schiner ein päpstliches Banner mit zugehörigem Fahnenbrief überreichen. Das Banner ging später verloren und ist nur noch durch den in Latein abgefassten Fahnenbrief bezeugt. Darin wird das Feld als goldgelb „flavius“ und safrangelb „croceus“, belegt mit einer goldenen, von einem silbernen Strick umwundenen Martersäule beschrieben. Diese heraldisch fragwürdige Komposition der Tinkturen lässt sich nur mit einer Verwechslung des Begriffs „croceus“ mit „ceruleus“ (blau) erklären. Eine anonyme Quelle von 1513 beschreibt das Fahnenfeld als geteilt von Gelb und Blau, eine weitere von ca. 1537 als geteilt von Blau und Gelb.

Das Freiämter Wappen ist erstmals 1598, und da gleich bildhaft in Form einer Reihe von Marchsteinen längs der damaligen Berner Grenze überliefert. Der Schild erscheint hier, wie beinahe auch auf allen späteren Grenzsteinen, ungeteilt, d.h. blau mit gelber Säule und weissem Strick. Gleiches gilt für spätere bildhafte Wappendarstellungen wie in Josias Simmlers 1645 erschienenem Druck “Vom Regiment der Eidgnoschafft“, wobei der Strick durch eine weisse Schlange ersetzt wurde. Dies änderte sich auch mit der Aufteilung in Obere und Untere Freie Ämter 1712 nicht, wenn auch Ausnahmen von der Regel nachweisbar sind. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. ergab sich eine Verschiebung hin zur blau-gelben Schildteilung beim Wappen. Siegrist kommt in seiner Stellungnahme von 1977 zum Schluss, dass beide Formen historische Berechtigung finden. Heraldisch besser jedoch sei der ungeteilte blaue Schild.

Wappen des Kanton Aargau

Kanton Aargau

Blasonierung
Gespalten von Schwarz mit weissem Fluss und von Blau mit drei fünfstrahligen weissen Sternen.

Standesfarben
Schwarz-Blau.


Irrungen und Wirrungen um unser Gemeindewappen

Von Brigitte Zimmermann
Die Geschichte der Aargauer Gemeindewappen geht auf das Jahr 1803 zurück, als mit der Kantonsgründung jede Gemeinde das Recht auf ein eigenes Wappen erhielt. Vorher besassen ausser einigen wenigen Landgemeinden nur die Städte ein Wappen. Es verstrichen dann über 150 Jahre, bis jede Gemeinde im Aargau ein eigenes Wappen besass.

Rundsiegel

1811 lud der Regierungsrat die Gemeinden erstmals ein, ihre Siegel dem Kanton bekannt zu geben. Das war aber nicht einfach, denn die meisten Gemeinden verfügten weder über Siegel noch Wappen. Nebst fähigen Heraldikern (Wappenforscher) wurden darum Dorfschullehrer und Gemeindeschreiber beauftragt, Wappen zu zeichnen. Die Gemeinde Besenbüren verwendete von jenem Jahr an ein Rundsiegel. Darin steht auf einem Hügel eine Birke, flankiert von 2 Moosbeerpflanzen als typische Vertreter der Pflanzenwelt im Bünzer Moos. Die Umschrift des Siegels lautet «Gemeind-Rath Besenbüren».

Gemeindesiegel von 1872Ein neues Wappen

1872 wurde ein neues Gemeindesiegel verwendet, und zwar ein höchst originelles: Aus dem rotblauen (!) Aargauer Wappen ragte oben ein Besen heraus. Der „Künstler“ glaubte offenbar, der Ortsname Besenbüren habe etwas mit dem Handwerk des Besenmachens zu tun, das in Besenbüren bis in die jüngste Vergangenheit betrieben wurde.


Dieses «Besenwappen» war zwar bis gegen Ende des 19. Jh. in Gebrauch, konnte sich aber auf die Dauer nicht durchsetzen, weil der Name Besenbüren eindeutig vom alemannischen Besiedler Besso herrührt und nicht von einem Besenmacher. 

Aargauer WappenErste Hälfte 20. Jahrhundert

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwendete die Gemeinde als Wappensymbol eine Birke mit blauem Hintergrund auf grünem Hügel stehend. 1958 musste der Gemeinderat Besenbüren neue Geschäftsbriefe und -papiere drucken lassen. Er beschloss in diesem Zusammenhang, das grün-blaue Wappen mit Birke auf den offiziellen Papieren zu führen und bat das Staatsarchiv um Absegnung dieses Wappens. Die Antwort aus Aarau liess aus dortigem Personalmangel sehr lange auf sich warten. Erst 2 Jahre später, nachdem der Gemeinderat einige harsche, zuletzt eingeschriebene Briefe geschickt hatte, traf eine Stellungnahme ein: Das Wappen entspreche in Farbe und Form nicht allgemein anerkannten heraldischen Vorgaben. Beigelegt waren Verbesserungsvorschläge, welche sich auf das Siegel von 1811 abstützten: Birke mit Moosbeeren auf gezacktem grünem Hügel mit rotem oder gelbem Hintergrund.

altes Besenbürer WappenNachdem sich im Auftrag des Staatsarchivs auch noch Botaniker mit den Moosbeerpflanzen befasst hatten, konnte der Gemeinderat 1961 endlich einen Beschluss fassen: Der Abänderungsvorschlag aus Aarau sollte als offizielles Besenbürer Wappen geführt werden. Als Hintergrundfarbe wählte man Gelb. Gezackter oder glatter Hügel, 4- oder 5-blättrige Moosbeeren? Gemäss den Fachleuten im Staatsarchivs ist „ein gezahnter grüner Boden eine heraldisch inexistente Form“, anerkannt ist nur ein glatter Hügel (was der damalige Staatsarchivar - wahrscheinlich in Eile wegen dem mit gutem Recht drängenden Gemeinderat - bei seinen Vorschlägen 1961 selber übersehen hatte). Heraldisch mangelhaft ist auch die ungerade Zahl der Stängelblätter (5), zulässig ist nur die symmetrische Form (4). Max Schibli, der Autor des Schulbuches «Aargau, Heimatkunde für jedermann» legte der Gemeinde 1977 ein Wappen zur Bestätigung vor, das einen glatten Hügel und 2 vierblättrige Moospflanzen aufwies. Der Gemeinderat war aber mit dieser (eigentlich heraldisch korrekten) Fassung nicht einverstanden, denn unterdessen hatte man sich in Besenbüren an das Wappen von 1961 gewöhnt. Trotz des Einspruchs der Gemeindekanzlei, in der sie festhielt, dass das gebräuchliche Besenbürer Wappen 5 Blätter pro Pflanze aufweise und der Hügel gezahnt sein müsse, wurde die «falsche» Form publiziert. Gleichzeitig tauchte in der Broschüre «Die Gemeindewappen des Kantons Aargau» das Besenbürer Wappen in der seit 1961 verwendeten Form auf. Um dem Hin und Her um Richtig oder Falsch ein Ende zu setzen, beantragte der Gemeinderat 1987 beim Staatsarchiv, das Wappen von 1961 als einzig richtige Fassung festzulegen, was denn auch geschah. Interessanterweise prangt jedoch auf dem Gedenkstein der ARA Boswil-Bünzen-Besenbüren-Kallern (Einweihung 1984) die favorisierte Form des Staatsarchivs. Wer diese Wappenvorlage wohl geliefert hat? Bestimmt nicht der Gemeinderat Besenbüren …

aktuelles Besenbürer Wappen

Erneutes «Wappen-Gschtürm»

Im Hinblick auf das Kantonsjubiläum 2003 (200 Jahre Kanton Aargau) nahm das Staatsarchiv im Auftrag des Regierungsrates eine abschliessende Gesamtbereinigung der Gemeindewappen in Angriff, mit dem Ziel, sie in einem Buch zu publizieren. Im Dezember 2001 wurde der Gemeinderat darauf hingewiesen, dass das Besenbürer Wappen «nicht den allgemein anerkannten und gültigen Kriterien der Heraldik» entspreche, verbunden mit der Einladung, «die Gelegenheit der Jubiläumspublikation zur Bereinigung Ihres Wappens zu nutzen. Gerne erwarten wir Ihre Stellungnahme.» Die liess nicht lange auf sich warten. Bereits im Januar 02 beschied der Gemeinderat den Heraldikern des Staatsarchivs: «Es ist zu bezweifeln, dass die Stimmbürger Verständnis für eine Abänderung aufbringen. (…) Dies insbesondere gestützt auf die Tatsache, dass bereits 1987 Unverständnis über die «falsche» Publikation vorhanden war. (…) Das Staatsarchiv wird gebeten, das Gemeindewappen in der bisherigen Form zu belassen und so zu publizieren.» Dieser Bescheid wurde in Aarau mit grossem Bedauern entgegengenommen, aber akzeptiert. Und so steht denn in der Wappenpublikation 2003 unter «Besenbüren» der lapidare Schlusssatz: «Den Bereinigungsvorschlag des Staatsarchivs, auf die unüblichen Zacken im Hügel und die asymmetrische Beblätterung der Stängel zu verzichten, lehnte der Gemeinderat mit Beschluss vom 7. Januar 2002 ab.»